Soziale Schattenspiele: (Un)Sichtbarkeiten im Dorfgeflecht
Gewalt: Praktiken – Strukturen – Konjunkturen
Bei der 31. Tagung „Gewalt. Praktiken – Strukturen – Konjunkturen” der Österreichischen Gesellschaft für Empirische Kulturwissenschaft und Volkskunde (ögekw) vom 17.-19. September 2026 in Innsbruck, hielten Liv Ohlsen und Lisa Nachbaur (Universität Innsbruck) einen Vortrag mit dem Titel „Soziale Schattenspiele”.
Ausgehend von den ersten empirischen Beobachtungen im YouReACT Forschungszusammenhang folgten die zwei Rednerinnen den gewaltförmigen Alltagserfahrungen junger Menschen ins Dorfgeflecht: Ein Blick, ein Spruch, informelle Zugangsbeschränkungen zu Vereinen, das Meiden
von Orten oder die Entscheidung, keine online Inhalte hochzuladen, um Unsichtbarkeit herzustellen. Das Erleben sozialer Ordnungsdynamiken ist von verschiedenen Gewaltformen durchdrungen, die in Erzählungen von Dörflichkeit als Blickregime, Gerüchteökonomien und Ausschlusspraxen aufscheinen. Das Handlungsmotiv von (Un)Sichtbarkeit tritt dabei hervor als wirkmächtiger Mechanismus sozialer Ordnung.
Diskutiert wurden u.a., wie infrastrukturelle Mängel sich neben ortspezifischen sozialen Ordnungsstrukturen auswirken und wie der Körper als Zuschreibungsfläche von Gewalt geprägt sein kann.