Online-Offline Dörflichkeiten. Hybride Vergemeinschaftung zwischen Verein, Gruppenchat und Infrastruktur
Nexus. Netzwerke in Wissenschaft und Gesellschaft
Bei der Hochschultagung der Deutschen Gesellschaft für Empirische Kulturwissenschaft (dgekw) „Nexūs. Netzwerke in Wissenschaft und Gesellschaft“ an der HTW Dresden (21.–23. September 2026) hielt Liv Ohlsen (Universität Innsbruck) ihren Vortrag zum Thema „Online-Offline Dörflichkeiten“.
Mit dem Beitrag hat Liv Ohlsen erste Ergebnisse aus ihrer Dissertationsforschung vorgestellt und diskutiert, wie Dörflichkeit als hybride soziale Infrastruktur hervorgebracht wird. Entlang ethnografischer Beobachtungen in den verschiedenen Forschungsorten sowie dem Blick auf ein Webdorf erscheint Dörflichkeit, mit Henri Lefebvre gedacht, als sozial produzierte Räumlichkeit. Dörfer sind vielweniger abgrenzbare Räume, noch administrative Einheiten, als vielmehr ein produktives doing von Dörflichkeit im Zusammenspiel von materiellen Bedingungen, sozialen Beziehungen, symbolischen Ordnungen und alltäglichen Praktiken. Die ethnografische Visite zeigt: dabei sind hybride Praktiken zentral.
Digitale Plattformen ermöglichen Vernetzung, Austausch sowie Organisation und formen gleichzeitig Handlungsmöglichkeiten und (Selbst-)Deutungen der User*innen. Daher bleibt zu hinterfragen, wer digitale Umgebungen designt und moderiert, wer also die Macht besitzt Zugehörigkeit und Teilhabe zu prägen und die Frage besteht:
Wer darin unsichtbar bleibt.